Direkt zum Inhalt

Großbanken

GEPRÜFTES WISSEN
Über 100 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 8.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Banklexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition im Online-Lexikon

    1. Begriff: Nach der Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank werden die Deutsche Bank AG, die Commerzbank AG und seit 1999 die UniCreditbank AG (vormals Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG) sowie seit 2004 die Deutsche Postbank AG zu den Großbanken gerechnet. Sie sind eine Bankengruppe innerhalb der Kreditbanken.

    2. Entstehung: Die Gründung der Großbanken geht auf die Jahre 1870 bis 1873 zurück, als zunehmend große Industrie-, Handels- und Verkehrsbetriebe entstanden und die Finanzkraft der Privatbankiers nicht ausreichte, den zunehmenden Kapitalbedarf großer Unternehmen zu decken. Die Aktienbanken ermöglichten aufgrund ihrer breiten Eigenkapitalbasis die Bereitstellung der benötigten hohen Kredite. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte in Westdeutschland die Dezentralisierung der Großbanken zu 33 Nachfolgeinstituten. Die Dezentralisierung wurde 1957/1958 mit der Fusion der Nachfolgeinstitute rückgängig gemacht.

    3. Rechtsform: Die Großbanken werden als Aktiengesellschaften geführt. Da es sich um börsennotierte Publikumsgesellschaften handelt, sind Eigenkapitalgeberfunktion und Unternehmerfunktion getrennt. Die Großbanken verfolgen das erwerbswirtschaftliche Prinzip. Sie müssen den Dividendenerwartungen der Aktionäre Rechnung tragen und durch Gewinnthesaurierung das für die bankaufsichtlichen Strukturnormen bedeutsame regulatorische Eigenkapital der Kreditinstitute stärken. Als Publikumsgesellschaften haben sie gegenüber nicht börsennotierten Banken den Vorteil, durch Kapitalerhöhungen das Eigenkapital den wachsenden Anforderungen anpassen zu können.

    4. Geschäftsstruktur: Die Großbanken betreiben als Universalbanken nahezu alle Bankleistungen, ohne sich auf spezielle Kundengruppen zu beschränken. Im Wertpapiergeschäft haben die Großbanken eine dominierende Rolle. Über Beteiligungen an Bausparkassen, Versicherungsunternehmen, Kapitalanlagegesellschaften und Wagnisfinanzierungsgesellschaften bieten Großbanken zudem weitere Finanzdienstleistungen an. Mit Einbeziehung in ihre Konzerne (im Wege der Gründung oder der Beteiligung) oder durch Kooperation (z.B. in Form des wechselseitigen Vertriebs der Produkte) werden Großbanken zu Allfinanzunternehmen (Allfinanz). Großbanken sind auch an Teilzahlungskreditinstituten (Teilzahlungskredit), Realkreditinstituten, Absatzfinanzierungsinstituten und Leasinggesellschaften (Leasing) beteiligt. Sie haben Tochterinstitute im Ausland gegründet (ausländische Tochtergesellschaften) und sind dort durch Niederlassungen (ausländische Filialen, ausländische Zweigstellen) sowie durch Repräsentanzen vertreten. Aufgrund eines üblicherweise weit verzweigten Filialnetzes in der Bundesrepublik Deutschland spielen die Großbanken in der Abwicklung des Zahlungsverkehrs, der Sammlung von Einlagen und der Nutzenziehung aus der Kreditschöpfung (Geldschöpfung) eine bedeutende Rolle.

    5. Verbandszugehörigkeit: Die Großbanken sind (mittelbar über Regionalverbände) im Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB), Köln, zusammengeschlossen (Verbände und Arbeitsgemeinschaften der Kreditwirtschaft).

    Mit Ihrer Auswahl die Relevanz der Werbung verbessern und dadurch dieses kostenfreie Angebot refinanzieren: Weitere Informationen

    Mindmap "Großbanken"

    Hilfe zu diesem Feature
    Mindmap Großbanken Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/grossbanken-58530 node58530 Großbanken node62767 Zahlungsverkehr node58530->node62767 node57407 Einlagen node58530->node57407 node60737 Publikumsgesellschaft node58530->node60737 node62095 Universalbank node58530->node62095 node62616 Wertpapiergeschäft node58530->node62616 node57328 Eigenkapital node58530->node57328 node59089 Kalkulationszinsfuß node59089->node57328 node58440 Giralgeld node62056 Umsatzsteuer bei Kreditinstituten node62056->node62767 node62748 Zahlungsanweisung zur Verrechnung ... node62748->node62767 node62767->node58440 node62457 Währung node62767->node62457 node59249 Konditionsbeitrag node59249->node57407 node59302 Kontokorrentzinsen node59302->node57407 node61342 Sichtguthaben node61342->node57407 node59773 Marktzinsmethode node59773->node57407 node56166 Berichtigungsabschlag node56166->node57328 node62677 wirtschaftliches Eigenkapital node62677->node57328 node55689 Anteilseigner node60737->node55689 node56196 Beteiligung node60737->node56196 node60737->node57328 node61803 Teilhaberecht node60737->node61803 node57341 Eigenkapitalkosten node57341->node57328 node62095->node62616 node56944 Depotgeschäft node57479 Emissionsgeschäft node60611 Preisaushang node60611->node62616 node62616->node56944 node62616->node57479
    Mindmap Großbanken Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/grossbanken-58530 node58530 Großbanken node60737 Publikumsgesellschaft node58530->node60737 node62616 Wertpapiergeschäft node58530->node62616 node57328 Eigenkapital node58530->node57328 node57407 Einlagen node58530->node57407 node62767 Zahlungsverkehr node58530->node62767

    News SpringerProfessional.de

    Literaturhinweise SpringerProfessional.de

    Bücher auf springer.com

    Sachgebiete