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Future, Einsatzmöglichkeiten

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition im Online-Lexikon

    1. Motive: Ausgehend von ihren Interessen werden die Marktteilnehmer in drei Gruppen unterteilt: Trader, Spreader/Arbitrageure, Hedger.
    a) Unter Tradern sind spekulativ ausgerichtete Marktteilnehmer zu verstehen, die Risiko-Positionen eingehen, um die von ihnen erwarteten Kursbewegungen gewinnbringend zu nutzen (Tradingstrategie). Geht der Trader von einem steigenden Kassakurs bzw. Marktpreis des Basiswertes aus, wird er mit dem Erwerb von Futures eine Long-Position eröffnen. Erwartet er hingegen eine Abwärtsbewegung, wird er eine Short-Position eingehen. Tritt die erhoffte Kursentwicklung ein, können die Positionen durch den Verkauf der erworbenen bzw. Rückkauf der verkauften Kontrakte mit Gewinn liquidiert werden. Käufer und Verkäufer verfügen bei Bestätigung ihrer Markteinschätzung über ein theoretisch unbegrenztes Gewinnpotenzial, dem jedoch ein gleich hohes Verlustrisiko gegenübersteht, wenn sich der Markt konträr zu ihren Erwartungen entwickelt. Das hohe Gewinn- und Verlustpotenzial bei Engagements in Futures resultiert aus der Tatsache, dass jeder Käufer und Verkäufer mit einem geringen Kapitaleinsatz voll an den kursbedingten Wertveränderungen einer wesentlich größeren Vermögensposition partizipiert. Aufgrund dieser Hebelwirkung (Leverage-Effekt) wirken sich wertmäßige Veränderungen des Basiswertes am Kassamarkt prozentual wesentlich stärker auf die Future-Position aus. Während Trader zur Erzielung von Differenzgewinnen auf steigende oder fallende Kurse setzen, versuchen Spread-Händler, eine bestehende oder erwartete Erweiterung bzw. Verengung des üblichen Preisunterschiedes (Spread) zwischen zwei Termin-Kontrakten zu nutzen. Üblicherweise wird zwischen den folgenden drei Spread-Alternativen unterschieden: Bei einem Intracontract Spread versuchen Spread-Händler, eine bestehende oder erwartete Veränderung zwischen zwei Liefermonaten ein und desselben Futures durch den Aufbau gegenläufiger Positionen gewinnbringend zu nutzen, d.h. sie kaufen (verkaufen) Kontrakte mit einem nahen Liefermonat und verkaufen (kaufen) die gleiche Anzahl mit einem entfernteren Liefertermin. Alle Positionen werden gleichzeitig eröffnet und geschlossen. Werden Spreads mit gegenläufigen Positionen in zwei unterschiedlichen, aber korrelierenden Futures mit identischen Lieferterminen aufgebaut, spricht man von Intercontract Spreads. Intermarket Spreads bzw. Interexchange Spreads schließlich basieren auf dem Kauf und Verkauf ein und desselben Futures an zwei verschiedenen Börsenplätzen.
    b) Der zweiten Teilnehmergruppe können auch jene Arbitrageure zugerechnet werden, die Ungleichgewichte in der Bewertung von Kassainstrumenten und korrespondierenden Futures durch den Aufbau gegenläufiger Positionen an den beiden Märkten nutzen (Arbitrage auf Futures- und Optionsmärkten). Auch wenn es sich bei Spread-Händlern und Arbitrageuren um eine relativ kleine Teilnehmergruppe handelt, kommt ihnen eine besondere Bedeutung insofern zu, als sie mit ihren Transaktionen die Herausbildung größerer oder dauerhafter Ungleichgewichte an den Märkten verhindern.
    c) Hedger bilden die dritte Marktgruppe. Ihre Absicht ist es, bestehende oder künftige Anlagen an den Märkten gegen Preisrisiken mit Hilfe von Terminkontrakten möglichst weitgehend abzusichern. Werden eine oder mehrere Future-Kontrakte erworben, spricht man von einem Long Hedge, werden sie verkauft, von einem Short Hedge (Hedging).

    2. Wechselwirkungen: Da Kassa- und Futures-Märkte den gleichen Einflussfaktoren unterliegen, werden sie sich weitgehend gleichgerichtet entwickeln. Durch die Einnahme entgegengesetzter Positionen an den beiden Märkten lässt sich demzufolge eine kompensatorische Wirkung erzielen. Verluste, die sich aufgrund einer rückläufigen Kursentwicklung aus einer Vermögens-(Long-)Position am Kassamarkt ergeben, werden durch Gewinne aus einer Short-Futures-Position aufgefangen. Umgekehrt können Opportunitätsverluste aus einer Kassa-(Short-)Position (z.B. höhere Einstandspreise für ein späteres Investment aufgrund zwischenzeitlich gestiegener Kurse) durch Gewinne aus einer korrespondierenden Long-Futures-Position kompensiert werden. Bei der Absicherung von Vermögenspositionen mit Futures ist jedoch zu berücksichtigen, dass der kompensatorische Effekt in beide Richtungen wirkt. Kommt es konträr zu den Erwartungen zu einem Wertzuwachs am Kassamarkt bzw. Opportunitätsgewinn, wird die Future-Position entsprechend an Wert verlieren. Eine vollständige Kompensation der Kassamarktverluste durch Future-Gewinne, ein sog. Perfect Hedge, ist nicht zu realisieren. Voraussetzung wäre zum einen, dass sich die Basis während der Laufzeit der Hedge-Position nicht verändert und sich die Notierungen an den beiden Märkten somit absolut parallel entwickeln können. Zum anderen wird sich die Future-Position aufgrund der hohen Standardisierung der Kontrakte nicht so zuschneiden lassen, dass sie absolut mit der zu sichernden Kassa-Position korreliert. Marktteilnehmern stehen jedoch verschiedene Hedging-Techniken zur Optimierung des Absicherungsergebnisses zur Verfügung.

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