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Aktienindex-Future

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    Ausführliche Definition

    Stock Index Future; 1. Begriff: vertragliche Verpflichtung, zu einem festgelegten Zeitpunkt einen Indexwert zu einem vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Da dem Indexwert ein fiktiver Aktienkorb zugrunde liegt, ist eine physische Lieferung (physische Erfüllung) des Basiswertes zum Fälligkeitstermin ausgeschlossen. Der Vertrag wird durch Barausgleich (Cash Settlement) erfüllt. Bei dem Indexwert handelt es sich grundsätzlich um einen führenden Marktindex. So basieren der an der Eurex gehandelte DAX-Future auf dem Deutschen Aktienindex (DAX) und die umsatzstärksten US-Kontrakte auf dem Major Market Index oder den Standard & Poor's Indizes, die 30 bzw. 100/500 US-Standardwerte umfassen.

    2. Einsatzmöglichkeiten:
    a) Spekulation/Trading: Aktienindex-Futures geben Anlegern die Möglichkeit, an der Entwicklung des Aktienmarktes zu partizipieren. Spekulativ orientierte Anleger können durch den Erwerb von Kontrakten auf steigende und durch Verkauf auf fallende Kurse setzen. Bei korrekter Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung verfügen Käufer und Verkäufer von Futures auf Aktienindizes über ein theoretisch unbegrenztes, nur durch den Verfalltermin des Kontraktes limitiertes Gewinnpotenzial, dem jedoch ein ebenso hohes Verlustpotenzial gegenübersteht, wenn sich die Kurse konträr zu den Erwartungen entwickeln. Marktteilnehmer können andererseits jederzeit während der Laufzeit einer Position erzielte Gewinne realisieren oder aufgelaufene Verluste begrenzen, indem sie sich durch Glattstellung (Glattstellungstransaktion) aus ihren bestehenden Verpflichtungen lösen. Gewinne und Verluste ergeben sich aus der Differenz zwischen dem Preis, zu dem die Positions-Eröffnung erfolgte, und dem bei Glattstellung geltenden Terminpreis.
    b) Absicherung (Hedging): Neben der spekulativen Nutzungsmöglichkeit lassen sich Index-Futures auch als Absicherungsinstrumente einsetzen. Durch die Einnahme einer der Kassaposition entgegengesetzten Position am Futures-Markt versuchen Marktteilnehmer, Wertminderungen bzw. Opportunitätsverluste in Verbindung mit der Kassaposition durch Gewinne aus der Terminposition auszugleichen. Diversifizierte Aktienportfolios können beispielsweise durch den Verkauf von Kontrakten (Short-Futures-Position) gegen Kursverluste abgesichert werden (Short Hedge). Die erforderliche Kontraktzahl errechnet sich, indem der abzusichernde Betrag durch den Kontraktwert (aktueller Indexstand mal Indexmultiplikator) dividiert wird. Kommt es nach Eröffnung dieser Short-Position zu einem Abwärtstrend am Aktienmarkt, wird der Wertverlust des Portfolios weitgehend durch den Wertzuwachs der Kontraktposition ausgeglichen. Umgekehrt kann ein Marktteilnehmer ein für einen späteren Zeitpunkt geplantes Aktien-Investment durch den Kauf von Kontrakten (Long-Futures-Position) gegen zwischenzeitliche Kurssteigerungen absichern (Long Hedge). Höhere Einstandspreise werden durch den Gewinn aus der Futures-Position ausgeglichen. Eine vollständige Neutralisierung der Kursrisiken, ein sog. Perfect Hedge, ist nicht zu realisieren, da sich zum einen die Kurse an Kassa- und Futures-Märkten nicht absolut gleichgerichtet entwickeln (Basis) und sich zum anderen der Index und das abzusichernde Portfolio in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Um einen möglichst weit gehenden Einklang in der wertmäßigen Entwicklung von Kassa- und Futures-Position zu gewährleisten, wird häufig eine Berichtigung der Anzahl der zu erwerbenden oder zu verkaufenden Kontrakte mithilfe des Betafaktors vorgenommen, der die Preissensitivität einer Aktie bzw. eines Portfolios zu einem gegebenen Index misst.
    c) Arbitrage: Eine dritte Möglichkeit zum Einsatz von Aktienindex-Futures besteht in der Ausnutzung von Preisunterschieden zwischen Kassa- und Terminmarkt (Arbitrage). Dabei wird der zu hoch bewertete Titel verkauft und der zu niedrig bewertete gekauft. Nach Ausgleich des Preisungleichgewichts werden die Positionen wieder geschlossen.

    Vgl. auch Finanzterminkontrakte.

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