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Bilanzanalyse, Analyse der Ertragslage

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Allgemein: Zunächst wird die Entwicklung der Gesamtleistung bzw. des Umsatzes gegenüber den Vorjahren unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Branchensituation analysiert. Auch Veränderungen in der Absatzstruktur (Einfuhr, Ausfuhr, die verschiedenen Warengruppen) sind interessant.

    2. Prozentuale Veränderungen in der Handelsspanne (Rohgewinn) können auf Reservenbildung oder -auflösung hinweisen. Aktivierte Eigenleistungen mindern prozentual den Gewinn, es sei denn, die vorhandenen Kapazitäten waren durch Fremdaufträge nicht voll ausgelastet.

    3. Bestandserhöhungen, insbesondere in den halbfertigen Erzeugnissen, schmälern, Bestandsminderungen erhöhen den Betriebsertrag in Prozent der Gesamtleistung bei Produktionsbetrieben, da die noch nicht realisierten Gewinnanteile nicht bilanziert werden dürfen.

    4. Veränderungen im Wareneinsatz (absolut und prozentual zur Gesamtleistung) können folgende Gründe haben:
    günstigerer Einkauf;
    Bildung/Auflösung stiller Reserven im Warenlager;
    höhere Verkaufspreise;
    nennenswerte Eigenleistungen;
    Verluste/Gewinne durch Preisänderungen;
    Schwund durch Verderb/Diebstahl/Ausschussware.

    5. Die angefallenen Kosten werden in Prozent der Gesamtleistung und im Vergleich zum Vorjahr (besser: zu den Vorjahren) gemessen. Interessant sind Kostenverschiebungen in einzelnen Kostenarten. Wichtig ist auch der Fixkostenanteil an den Gesamtkosten und dessen Veränderung. Personalkosten werden ins Verhältnis zur Gesamtleistung gesetzt, der Unternehmerlohn bei Personengesellschaften und Einzelfirmen ist kalkulatorisch zu Vergleichszwecken zu berücksichtigen. Auch der Umsatz je beschäftigte Person und dessen Veränderung zu den Vorjahren ist eine aussagefähige Maßgröße.

    6. Abschreibungen: Generell zu hinterfragen sind Art, Anlass und Abschreibungsmodus (linear/degressiv). Sind Abschreibungen und Wertberichtigungen unterlassen worden? Wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Anspruch genommen? Sind die Abschreibungen in ihrer Höhe angemessen? Sind die innerhalb des Jahres getätigten Investitionen niedriger als die Abschreibungen des gleichen Jahres, kann ungenügende Ersatzbeschaffung vorliegen. In einem solchen Fall weist die Gewinn- und Verlustrechnung (Gewinn- und Verlustrechnung der Kreditinstitute) u. U. verhältnismäßig höhere Aufwendungen (z. B. bei Lohn- und Fremdarbeit) auf. Wählt das Unternehmen beispielsweise nach einer getätigten Investition die degressive Abschreibung, dann reduziert diese in den ersten Jahren, nach Fertigstellung der Investition gerechnet, den Gewinn, in späteren Jahren jedoch wird die Gewinn- und Verlustrechnung entlastet.

    7. Rentabilität und Rendite: Errechnung der Rentabilität des gesamten eingesetzten Kapitals:

    Diese Gesamtkapitalrentabilität muss auf Dauer höher sein als die für das Fremdkapital zu zahlenden Zinsen.

    Errechnung der Rentabilität nur des eingesetzten Eigenkapitals:

    Die Eigenkapitalrentabilität muss mittelfristig höher sein als der Zinssatz für langfristige Geldanlagen zuzüglich eines angemessenen Zuschlages für das Unternehmerrisiko, da sich hieraus der Mindestverzinsungsanspruch der Shareholder ergibt.

    Speziell in Handelsunternehmen findet auch eine umsatzbezogene Rentabilität Verwendung:

    oder alternativ

    Diese Kennzahl der Jahresabschlussanalyse eignet sich zum intertemporalen ebenso wie zum Unternehmensvergleich.

     

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