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Alpha-Faktor

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff (im Sinne der Gleichgewichtstheorie): Der Alpha-Faktor, oftmals zu Alpha abgekürzt, beschreibt aus Sicht der Kapitalmarktgleichgewichtstheorie die Überrendite oder Unterrendite eines Wertpapiers gegenüber ihrem gleichgewichtstheoretisch gerechtfertigten Wert, der z.B. aus dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) abgeleitet wird und sich dort nach dem Beta-Risiko bemisst. Diese ungerechtfertigte Mehr- oder Minderrendite ist Ausdruck eines nicht vollständig (informations-)effizienten Kapitalmarktes; auf einem solchen müsste der Alpha-Faktor jederzeit gleich null sein.

    2. Empirische Ermittlung: In der Ex-post-Betrachtung entspricht der Alpha-Faktor dem Ordinatenabschnitt der Regressionsgeraden bei einer Regression der Überschussrendite (Rendite abzüglich dem risikolosen Zinssatz) eines Wertpapiers gegenüber dem Markt. Im Rahmen des Markt-Modells wird zu Zwecken der Vereinfachung üblicherweise eine Regression der (gesamten) Rendite – und nicht nur der Überschussrendite – vorgenommen. Demnach misst der Alphafaktor die sog. unsystematische (wertpapierbezogene) Rendite einer Aktie als Durchschnitt der innerhalb des Regressionszeitraums ermittelten unsystematischen Periodenrenditen; die systematische (marktbezogene) Rendite einer Aktie wird dagegen durch den Beta-Faktor abgebildet. Ein gemessenes positives Alpha bedeutet also eine zusätzliche, vom systematischen Risiko der Aktie unabhängige Rendite innerhalb des Beobachtungszeitraums.

    3. Prognose: Eine Fortschreibung ermittelter historischer Alpha-Faktoren in die Zukunft, wie sie in der naiven Nutzung des Markt-Modells zum Zweck der Renditeschätzung eines einzelnen Wertpapiers impliziert ist, wird – im Unterschied zur Fortschreibung ermittelter historischer Beta-Faktoren – gemeinhin als nicht sachgerecht empfunden, da damit eine dauerhafte Unterbewertung (Alpha-Faktor größer null) oder Überbewertung (Alpha-Faktor kleiner null) eines Wertpapiers am Markt unterstellt würde. Da dies unrealistisch erscheint, bedarf es anderer Verfahren zur Prognose des Alpha-Faktors, d.h. letztlich insbesondere zum Aufspüren aktuell fehlbewerteter Wertpapiere, worin die Kernaufgabe des aktiven Portfolio-Managements (aktive Anlagestrategie) gesehen werden kann. Vgl. auch Portefeuille-Alpha, Jensen-Alpha, Information Ratio.

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