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Freiverkehr

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Bezeichnung für ein multilaterales Handelssystem im Sinne des § 2 VIII 1 Nr. 8 WpHG. Der Freiverkehr ist in § 48 BörsG geregelt und ist kein organisierter Markt im Sinne des § 2 XI WpHG. Dennoch untersteht der Freiverkehr sowohl der Erlaubnispflicht und laufenden Börsenaufsicht (§ 48 II und III BörsG) als auch der Überwachung der Handelsüberwachungsstelle. Im Freiverkehr festgestellte Preise sind Börsenpreise im Sinne des § 24 I BörsG. Allerdings gelten in den Freiverkehr einbezogene Unternehmen nicht als börsennotiert im Sinne des § 3 II AktG. Auf den Freiverkehr finden die Regeln des Insiderrechts und das Verbot der Marktmanipulation Anwendung. Die Ad-hoc-Verpflichtung und die Transparenzpflichten gelten hingegen nicht. Im weiteren Gegensatz zum regulierten Markt wird die Einbeziehung in den Freiverkehr über privatrechtliche Geschäftsbedingungen der jeweiligen Börsenträger geregelt. Der Freiverkehr der Frankfurter Börse heißt "Open Market" und unterteilt sich in die drei Teilsegmente Quotation Board, Basic Board und Scale. Letzteres ersetzt seit März 2017 den Entry Standard und stellt strengere Bedingungen an Aufnahme und Notierung als dieser.

    2. Zulassung: Grundsätzlich können in den Freiverkehr Wertpapiere, die nicht bereits an der betreffenden Börse im regulierten Markt zugelassen oder einbezogen sind, aufgenommen werden. Dazu ist die Zustimmung der Emittenten nicht notwendig. Anders ist das beim sog. qualifizierten Freiverkehr (z.B. Freiverkehr plus, M:access und Scale), bedingt durch die über den "normalen" Freiverkehr hinausgehende Transparenzpflichten. Hier ist eine Zustimmung/Einwilligung der Emittenten notwendig. Wie im regulierten Markt, wird im Freiverkehr zusätzlich zwischen einem Erst- und Zweit-Listing differenziert. Ein Erstlisting liegt vor, wenn ein Wertpapier bisher an keiner anderen Börse zugelassen oder einbezogen ist, während ein Zweitlisting auf einer bereits erfolgten Zulassung/Einbeziehung beruht. Weiterhin werden auch im Freiverkehr produktspezifische Unterscheidungen vorgenommen. So ist z.B. das Handelssegment Bondm der Börse Stuttgart das spezielle Segment für Mittelstandsanleihen, und die Emittenten müssen die über den "normalen" Freiverkehr hinausgehende Anforderungen des Segments Bondm erfüllen.

    Für weitere Informationen www.boerse-stuttgart.de.

    3. Vgl. auch Börsensegmente.

    Mindmap Freiverkehr Quelle: https://www.gabler-banklexikon.de/definition/freiverkehr-58076 node58076 Freiverkehr node70238 Freiverkehr plus node58076->node70238 node56411 Börsensegmente node58076->node56411 node56394 Börse node58076->node56394 node56407 Börsenpreis node58076->node56407 node70236 Prime Standard node55487 Aktie node70238->node55487 node70931 regulierter Markt node70238->node70931 node70270 Börse Stuttgart node70238->node70270 node58228 Geldkurs node58228->node58076 node57014 Devisenhandel node56433 Briefkurs node57014->node56433 node59492 Kursspanne node56433->node58076 node56433->node58228 node56433->node59492 node56965 Deutsche Börse node56411->node70236 node56411->node56965 node56411->node56394 node62600 Wertpapier node56394->node62600 node59229 Kommissionär node59229->node56407 node56407->node56394 node56407->node70931 node57744 Exchange Traded Fund ... node57744->node56394 node61671 Streubesitz node61671->node56394 node61219 Schuldverschreibung node61219->node56394
    Mindmap Freiverkehr Quelle: https://www.gabler-banklexikon.de/definition/freiverkehr-58076 node58076 Freiverkehr node56394 Börse node58076->node56394 node56407 Börsenpreis node58076->node56407 node56411 Börsensegmente node58076->node56411 node70238 Freiverkehr plus node58076->node70238 node56433 Briefkurs node56433->node58076

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