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Sozialwirtschaft

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Dritter Sektor; Teil eines Wirtschaftssystems, der sich v.a. um die Wohlfahrt von Individuen und Gesellschaft bemüht.

    1. Abgrenzung: Eine Verortung von Sozialwirtschaft findet i.d.R. dahingehend statt, dass sie als „Dritter Sektor“ zwischen dem privaten Sektor des Wirtschaftens (Markt) und dem öffentlichen Sektor (Staat) angesiedelt wird. Die Sozialwirtschaft stellt hier insofern einen besonderen Bereich der ökonomischen Wertschöpfung dar, als sie primär keinen Erwerbszweck, sondern Sachziele zur Deckung eines humanen Bedarfs verfolgt. Die Gewinnerzielung spielt somit lediglich eine untergeordnete Rolle.

    2. Vertreter: Die Leistungserbringer der Sozialwirtschaft umfassen ein breites Spektrum unterschiedlichster Akteure und Organisationsformen. Dienstleistungen, die der Sozialwirtschaft zuzurechnen sind, können von den (potenziellen) Leistungsempfängern selbst (z.B. individuell, informell auf Gegenseitigkeit beruhend, kollektiv oder genossenschaftlich organisiert) oder von dritten Organisationen und Institutionen mit wohlfahrtsorientierten Aufgaben und Funktionen erbracht werden. Letztere können gemeinnützig oder gewerblich organisiert sein.

    3. Aktivitäten: Im Fokus der Bemühungen der Sozialwirtschaft stehen zumeist soziale, gesundheitliche und andere Probleme, welche die Wohlfahrt von Individuen und Gesellschaft (Formalziel der Sozialwirtschaft) betreffen. Entsprechend bestehen die Aktivitäten der Sozialwirtschaft v.a. in der Erbringung von Humandienstleistungen (z.B. im Fürsorge-, Gesundheits- und Pflegebereich), zunehmend aber auch in anderen Dienstleistungen (z.B. im Natur- und Umweltschutz) (Sachziele der Sozialwirtschaft).

    4. Bedeutung: Die Relevanz der Sozialwirtschaft begründet sich mit der zunehmenden Notwendigkeit, Lösungen für ökonomische, soziale und umweltbezogene Probleme auf individueller und/oder gesellschaftlicher Ebene zu finden, die sowohl vom öffentlichen als auch vom privaten Sektor unzureichend berücksichtigt werden (können). Sofern die Sozialwirtschaft Lösungen für diese Probleme findet, wird davon ausgegangen, dass sie eine wichtige Rolle in der Entwicklung einer starken, prosperierenden und von Inklusivität bestimmten Gesellschaft spielt. Dabei können erfolgreiche Unternehmen der Sozialwirtschaft auch helfen, wichtige Ziele der öffentlichen Hand zu realisieren, die vielfach auch dem Markt-/Wirtschaftssektor zugutekommen (z.B. Entwicklung, Stabilität, Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit).

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