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Green Finance

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Definition: „Green Finance“ ist ein weit gefasster Oberbegriff, der in jüngerer Zeit auch im deutschsprachigen Raum zunehmend den Begriff „Environmental Finance“ ersetzt. Nachfolgend wird nur der Begriff „Green Finance“ verwendet, womit zugleich auch auf „Environmental Finance“ abgestellt wird.
    Nach einem verbreiteten Verständnis bezieht sich der Begriff „Green Finance“ auf ein Spektrum finanzwirtschaftlicher Ansätze und Instrumente (s.u.) zum Schutz von Umwelt bzw. Klima oder zur Anpassung an bzw. Kompensation für Umwelt- und Klimaschäden. Darüber hinaus bezieht sich der Begriff auch auf Aktivitäten, die der Identifikation und dem Management von Umwelt- bzw. Klimarisiken durch Unternehmen und ihre Investoren – und damit der Sicherung der Stabilität des Finanzsystems insgesamt – dienen sollen.
    Dabei ist zu beachten, dass der Begriff „Green Finance“ weder einheitlich definiert ist noch einheitlich verwendet wird (s.u.: „Abgrenzung“). Verschiedene Definitionen ähneln sich zwar oft in Teilen, unterscheiden sich aber auch mehr oder weniger in anderen Bereichen, etwa hinsichtlich Bezugsrahmen, Detaillierungsgrad, Rigidität oder Transparenz. Unterschiede in der Definition bzw. Verwendung des Begriffs „Green Finance“ manifestieren sich z.B. in ihrem unterschiedlichen Fokus auf private vs. öffentliche Akteure oder in ihrer (Nicht-) Einbeziehung bestimmter Nachhaltigkeits-Kategorien und -Kriterien.

    2. Akteure: Green Finance umfasst ein große Vielfalt von Akteuren, darunter Banken- und Finanzdienstleister, akademische Institutionen, Vertreter der Zivilgesellschaft sowie nationale Regierungen und Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene.

    3. Ansätze und Instrumente: Der Bereich „Green Finance“ umfasst sehr verschiedene Ansätze und Instrumente. Dazu gehören auch konventionelle Finanzinstrumente und -mechanismen, die mit einem Fokus auf Umwelt- bzw. Klimabelange zum Einsatz kommen. Teilweise handelt es sich aber auch um neu entwickelte Instrumente und Mechanismen. 
    Beispiele von Instrumenten und Mechanismen, die ganz oder teilweise in den Bereich Green Finance fallen, sind: 1) die gezielte Finanzierung von Projekten, Unternehmen oder Sektoren mit Fokus auf Umwelt- bzw. Klimaschutz, 2) „Grüne Produkte“ wie „grüne Anleihen“ (engl. green bonds“), (Kredit-)Verbriefungen von Umweltressourcen, „Debt for Nature Swaps”, strukturierte „grüne Fonds“ oder „Wald-Investments“, 3) die gezielte Nicht-Finanzierung bzw. der Entzug von Finanzmitteln (engl. „divestment“) für als umwelt- bzw. klimaschädlich eingestufte Projekte, Unternehmen oder Sektoren, 4) Instrumente zur Messung und zum Management von Umwelt- bzw. Klimaleistungen und -risiken von Projekten, Unternehmen, Sektoren oder Portfolios, einschließlich der Entwicklung und Anwendung von „grünen“ Indices, Labels, Standards, Ratings und Benchmarks, 5) Gesetze und freiwillige Standards, 6) Förderinstrumente (z.B. für Energie-Effizienz oder erneuerbare Energie), 7) der CO2-Emissions-/Zertifikate-Handel sowie der Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanismus).

    4. Abgrenzung: „Green Finance“ wird manchmal auch als der Teilbereich von Sustainable Finance“  angesehen, der sich primär mit Umwelt- bzw. Klimaaspekten befasst, d.h. mit dem „E“ in den „ESG“ (Environmental, Social, Governance) bzw. mit Nachhaltigkeitskriterien. Demgegenüber wird jedoch argumentiert, dass die Besonderheit von „Sustainable Finance“ eben in der gezielten und simultanen Beachtung aller (oder zumindest mehrerer) Kategorien von ESG bzw. Nachhaltigkeitskriterien besteht, und ein (primärer) Fokus auf nur eine ESG-Kategorie dem integrativen Anspruch von „Sustainable Finance“ entgegensteht. Diesem Gedanken folgend scheint es vertretbar, „Green Finance“ als eigenständigen Bereich zu betrachten. Dafür spricht, neben dem expliziten Fokus von Green Finance, auch, dass sich zu dieser Thematik im akademischen Bereich eine eigene Fachrichtung herausgebildet hat, die – unter Verbindung von Umwelt- und Wirtschaftswissenschaften – eigene (theoretische) Grundlagen und Modelle für Environmental Finance zur Verfügung stellt. Dazu zählen z.B. Umweltcontrolling, Umweltkostenrechnung, Ökologische Wirtschaftslehre und Umweltökonomie. Demgegenüber ist relativ unstrittig, dass der Bereich Green Finance seinerseits weitere Teilbereiche mit noch spezifischerem Fokus umfasst. Dazu gehören insbesondere Climate Financeund Carbon Finance“ oder „Conservation Finance“.

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