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Zinsswap

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    Ausführliche Definition im Online-Lexikon

    Interest Rate Swap; 1. Begriff: Zinsswaps sind Vereinbarungen zwischen zwei Parteien, die Zinszahlungen auf festgelegte Nennbeträge untereinander auszutauschen. Die Nennwerte der beiden Parteien müssen dabei nicht übereinstimmen und können auch auf verschiedene Währungen lauten. Zinsswaps dienen der Absicherung gegen Zinsänderungen bzw. einer entsprechenden Spekulation. Entstehungsgrund ist der komparative Zinsvorteil, den die beiden Parteien in dem jeweils von ihrem Partner gesuchten Instrument haben.

    2. Beispiel für komparative Vorteile: Unternehmen A sucht einen variabel verzinslichen Kredit (Floating Rate Note), Unternehmen  B einen Festzinskredit. Unternehmen A kann den FRN-Kredit zu EURIBOR + 1 Prozent p.a. und den Festzinskredit zu 7 Prozent p.a. erhalten, Unternehmen B den FRN-Kredit zu EURIBOR + 0,5 Prozent p.a. und den Festzinskredit zu 6 Prozent p.a. Unternehmen  B nimmt daher einen Festzinskredit zu 6 Prozent p.a. auf, Unternehmen  A einen FRN-Kredit zu EURIBOR + 1 Prozent p.a. Sie vereinbaren, die Zinszahlungen untereinander auszutauschen. Auf diese Weise erhalten beide die von ihnen gesuchten Kredite zu günstigeren Bedingungen.

    3. Einschränkungen komparativer Vorteile: Aus dem Zahlenbeispiel scheint zu folgen, dass Swap-Geschäfte durch die Ausnutzung komparativer Kostenvorteile beiden Vertragspartnern einen Vorteil erbringen können. In der Tat dient eine solche Konstellation oft als Begründung für die herausragende Bedeutung der Swap-Konstruktionen unter den derivativen Instrumenten. Zu beachten ist, dass bei der ausschließlich auf Nominalzinssätzen basierenden Berechnung der Finanzierungskosten vernachlässigt ist, dass die Zahlungen aus dem Swap-Geschäft einem Ausfallrisiko unterliegen. Eine konsistente Erfassung dieser Ausfallgefahr durch geforderte erwartete Verzinsungen wird dagegen die beide Vertragspartner betreffende Vorteilhaftigkeit des Swap-Geschäfts vermutlich eher verschwinden lassen. Darüber hinaus setzt das Beispiel voraus, dass die Differenz der Festzinssätze größer ist als die Differenz der variablen Zinssätze. Der Zinsnachteil eines Marktteilnehmers mit geringerer Bonität sollte aber im variablen Zinssegment tendenziell größer sein als im Festzinsbereich.

    4. Arten:
    a) Couponswaps (Plain Vanilla Swap), bei denen (nur) die Zinszahlungen aus Festzinsanleihen (Straight Bond) gegen diejenigen aus variabel verzinslichen Anleihen ausgetauscht ("geswapt") werden;
    b) Basisswaps, bei denen die variablen Zinszahlungen für an unterschiedliche FRN-Indizes gebundene Instrumente getauscht werden;
    c) Cross Currency Interest Rate Swaps, bei denen die Zinszahlungen aus Festzinsinstrumenten in einer Währung gegen die Zinszahlungen aus variablen Instrumenten in einer anderen Währung sowie ggf. der Nennbetrag geswapt werden.

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