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Skew-Trading

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Skew-Trading i.w.S.: Während die Volatilitätsstrategie des Vega-Trading auf die Ausnutzung vorteilhafter Veränderungen des Niveaus der impliziten Volatilität(en) abzielt, sollen im Wege des Skew-Trading potentielle Gewinne aus Veränderungen der (vertikalen) Struktur der impliziten Volatilitäten, kurz der Smile-Struktur, erzielt werden.

    Die typischen kombinierten Optionspositionen zu Zwecken des Skew-Trading sind der Risk Reversal und die Risk Conversion. Bei einem Risk Reversal werden gleichzeitig eine Long-Position in Calls und eine Short-Position in Puts (mit der gleichen Restlaufzeit) aufgebaut, die gemessen an ihrem Delta gleich weit aus dem Geld liegen; die Position ist von vornherein gamma- und vega-neutral, und kann durch eine zusätzliche Short-Position im Underlying bei Bedarf auch (vielleicht nur teilweise) delta-neutral geführt werden. Sie zielt dann insbesondere auf die Begradigung eines (
    auf Aktien-, Aktienindex- und korrespondierenden Futures-Optionsmärkten: allzu ausgeprägten) Reverse Volatility Skew ab: Die erworbenen Calls würden wertvoller, die abgegebenen Puts könnten günstiger wieder eingedeckt werden. Eine Risk Conversion funktioniert genau umgekehrt, also in Gestalt einer Short-Position in Calls und einer gleichzeitigen Long-Position in Puts, und profitiert von der Begradigung eines (auf Commodity-Märkten: allzu ausgeprägten) Forward Volatility Skew, aber durchaus auch von einer weiteren Beugung einer Reverse-Skew-Struktur.

    D
    ie gängigen synthetischen Long- bzw. Shortpositionen im Underlying (Combos, vgl. Put-Call-Parität) können als Spezial- und Grenzfall mit At-the-Money-Optionen angesehen werden.

    Ein Blick auf die Put-Call-Parität zeigt, dass hinsichtlich der Skew-Entwicklung auch ein Bear Spead dem Charakter eines Risk Reversals und ein Bull Spread (sowie ein Collar als synthetischer Bull-Put-Spread) dem einer Risk Conversion ähnelt, wobei auf Aktien-, Aktienindex- und korrespondierenden Futures-Optionsmärkten ein Bull-Spread und auf Commodity-Märkten ein Bear-Spread durch die vorherrschende Skew-Richtung strukturell verteuert und damit unattraktiver werden.

    2. Skew-Trading i.e.S. und Kurtosis-Trading: In der Praxis wird eine weitere Differenzierung vorgenommen: Neben die Risk Reversals und Conversions zur Ausnutzung einer Begradigung oder Beugung der Volatilitätsstruktur tritt das Kurtosis-Trading, das von der Dehnung oder (weiteren) Stauchung der Volatilitätsstruktur, letztere in Bezug auf den leptokurtischen "Normalfall", den bekannten "fat tails", (gemessen an der Normalverteilung) überdurchschnittlich vielen "Renditeausreißern" nach oben und unten (Portfolio-Theorie, Modellbeurteilung), profitieren will. Idealtypisch umgesetzt wird dies mit Delta-Butterflys (genauer: Iron Butterflies/Ironflies, also mit je einem Call- und Put-Spread), d.h. für die platykurtisch orientierte Long-Version dem Kauf sowohl eines Calls als auch eines Puts (mit der gleichen Restlaufzeit), die gemessen an ihrem Delta gleich weit aus dem Geld liegen, (Delta-Strangle long) und dessen Finanzierung durch den Verkauf je eines At-the-Money-Puts und -Calls (DNS short; vgl. Moneyness, Ziff.3); dies lässt sich je nach gewünschtem Cashflow (aus gezahlten abzüglich vereinnahmten Optionsprämien) und damit Gamma-Theta-Profil variieren und bei Bedarf auch vega-neutral stellen. Genau spiegelbildlich wird bei der leptokurtisch orientierten Short-Version vorgegangen, wobei auf dieser Marktseite der professionelle Handel häufig auch auf "klassische" Butterflys, ausschließlich mit Calls oder Puts, ausweichen dürfte. Eine derartige Position wird vorzugsweise in der Erwartung starker Kursbewegungen (mit unklarer Richtung) im Vorfeld bedeutender antizipierbarer Ereignisse, z.B. geldpolitischer Beschlüsse oder angekündigter Ergebnisveröffentlichungen, geöffnet und danach oder – konzeptionell sauberer, da mit Blick auf das Vegaunmittelbar vor dem Ereignis (bei typischerweise maximaler impliziter Volatilität) wieder geschlossen. Im übrigen werden in praxi von beiden Marktseiten statt (Iron) Butterflys auch die etwas weniger kurtosisdedizierten (Iron) Condors eingesetzt.

    Vgl. zur Einordnung des Skew-Trading sowie zur herrschenden Begriffsverwirrung hinsichtlich des Long/Short-Charakters von Iron Butterflies (und Condors) Volatilitätsstrategien., Ziff. 1 bzw. 4.b).

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