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RoI-Analyse

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Die RoI-Analyse untersucht, aus welchen Komponenten sich die Ertrags-Zielgröße einer Bank (Return on Investment (RoI), Return on Equity (RoE)) zusammensetzt und von welchen Determinanten sie bestimmt wird. Zwei Ebenen der RoI-Analyse sind zu unterscheiden:

    1) RoI-Analyse auf der Grundlage externer Gesamtbankzahlen: Zunächst werden die Daten der Gewinn- und Verlustrechnung der Kreditinstitute durch Übertragung in die RoI-Kennzahlenhierarchie in einen systematischen Ergebniszusammenhang gebracht. Diese Verknüpfung der Ergebniskomponenten und ihre Aggregation zum Gesamtbankergebnis zeigt dessen Entstehung bzw. Zusammensetzung auf. Ihre Aussagekraft erhält die RoI-Analyse insbesondere durch vergleichende Analysen in Form von Zeit-, Betriebs-, Konkurrenz- sowie Soll-/Istvergleichen. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass eine Relativierung der Ergebnisgrößen auf die jeweilige Bilanzsumme erfolgt, um eine Vergleichbarkeit auch bei Größenunterschieden zu gewährleisten. Eine im Zeitvergleich ermittelte Erhöhung/Verringerung der Bruttozinsspanne deutet bspw. auf eine steigende/sinkende Zinsertragskraft in der Beziehung zwischen Aktiv- und Passivgeschäft hin. Um die Zinserfolge einzelner Produkte zu bestimmen, ist es notwendig, die Bruttozinsspanne zu differenzieren und Konditionsmargen sowie Strukturmargen (Marktzinsmethode) bzw. Teilzinsspannen (Teilzinsspannenrechnung) zu ermitteln. Die Bruttobedarfsspanne und deren Aufteilung auf die Personal- und Sachkostenspanne ermöglichen Aussagen über die Entwicklung und die Struktur der Kostenseite einer Bank. Die Netto-Finanzspanne gibt den Erfolg des Handelsgeschäfts wieder. In die Bewertungsspanne gehen die Bewertungsergebnisse des Kreditgeschäfts und des Wertpapierbestandes der Liquiditätsreserve ein.
    Steuerbelastungsvergleiche helfen bei der Einschätzung der Bewertungsspanne. Überdurchschnittlich hohe Steuerquoten (gezahlte Steuern dividiert durch (Jahresüberschuss + Steuern)) deuten darauf hin, dass stille Reserven in Form von versteuerten Pauschalwertberichtigungen (stille Reserven der Kreditinstitute) gebildet wurden und umgekehrt. Verknüpfungen der einzelnen Kennzahlen liefern zusätzliche Informationen.

    Beispiele: Die Aufwandsrentabilität (reziproker Wert der Cost Income Ratio) als Relation von Bruttoertragsspanne zur Bruttobedarfsspanne zeigt die Ertragskraft der investierten Betriebskosten an. Der Sicherheitskoeffizient „Zinsüberschuss“, definiert als Reingewinnspanne dividiert durch die Bruttozinsspanne, gibt an, wie hoch der prozentuale Rückgang der Bruttozinsspanne maximal sein darf, bevor ceteris paribus die Reingewinnspanne negativ wird. Er verdeutlicht somit die Anfälligkeit einer Bank gegenüber dem Zinsspannenrisiko (Zinsänderungsrisiko). Grundsätzlich ist bei einer RoI-Analyse auf Basis von Daten des externen Rechnungswesens zu beachten, dass die handelsrechtliche Zuordnung einzelner Ertrags- und Aufwandskomponenten vielfach nicht mit der Abgrenzung der bankbetrieblichen Ergebnis- oder Steuerungsbereiche übereinstimmt. Am Beispiel der Netto-Finanzspanne kann dies verdeutlicht werden. Da laufende Erträge wie Zins- oder Dividendenzahlungen in die Bruttozinsspanne und der Personal- und Sachaufwand in die Bruttobedarfsspanne eingehen, kann die Netto-Finanzspanne nur einen Teil des Erfolgs aus dem Handelsgeschäft einer Bank abbilden. Zudem verhindern die handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften teilweise einen betriebswirtschaftlich korrekten Ergebnisausweis.

    2) RoI-Analyse auf Basis der Ergebnisse der Einzelgeschäftskalkulation (Margenkalkulation): Erfassung der Ergebnisbeiträge einzelner Kalkulationsobjekte zum Betriebsergebnis der Gesamtbank. Das Marktergebnis eines Einzelgeschäfts bildet den Ausgangspunkt der Analyse. Je nach Auswertungsdimension werden die Marktergebnisse einzelner Kunden, Produkte oder Geschäftsstellen zusammengefasst und ggf. um das ex post ermittelte Risikoergebnis sowie, falls möglich, das Produktivitätsergebnis korrigiert. Das Resultat ist das sog. Teilbetriebsergebnis eines Kunden, Produktes oder einer Geschäftsstelle (Kundenkalkulation, Produktartenkalkulation, Geschäftsstellenkalkulation). Auf den weiteren Aggregationsebenen werden die bis dahin nicht in Abzug gebrachten Betriebskosten nach dem Prinzip der relativen Einzelkosten berücksichtigt. Auf der höchsten Aggregationsebene ergibt sich das Betriebsergebnis des Kundengeschäfts, welches zusammen mit dem Handelsergebnis und dem Transformationsergebnis das Betriebsergebnis der Gesamtbank bildet.

    Vgl. auch Gesamtbetriebskalkulation, Rentabilitätsbedarfsrechnung im RoI-Konzept einer Bank.

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