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Moneyness

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Maß für die "Schwere"/Werthaltigkeit einer Option/eines Optionsscheins, die Aufschluss darüber gibt, ob und inwiefern eine Option/ein Optionsschein im, am oder aus dem Geld liegt.

    2. Klassifizierung: Sie ergibt sich
    für Calls anhand des Verhältnisses des aktuellen Kassakurses des Underlying zum Basispreis (S/X) und für Puts umgekehrt anhand des Verhältnisses des Basispreises zum aktuellen Kassakurs (X/S). Ist die Moneyness größer als 1, so handelt es sich um In-the Money-Optionen, d.h. der Kassakurs notiert bei Calls oberhalb und bei Puts unterhalb des Basispreises. Eine Moneyness kleiner als 1 bezeichnet Out-of-the-Money-Optionen, bei denen also der Kassakurs bei Calls unterhalb und bei Puts oberhalb des Basispreises notiert. Eine Moneyness von genau 1 signalisiert schließlich, dass der Call bzw. der Put at the Money (ATM) liegt, d.h. der Kassakurs exakt auf Basispreisniveau notiert. Bedarfsweise werden darüber hinausgehende Unterklassifizierungen vorgenommen, etwa "near(est) the money", "slighty", "far" oder "deep in the money", "slighty", "far" oder "deep out of the money".

    3. Zum Bezugspunkt ATM: Gegenüber vorgenanntem "ATM spot"
    wird im Schrifttum häufig anstelle des Kassakurses der Terminkurs in der jeweiligen Restlaufzeit für die Klassifizierung bevorzugt und entsprechend in "ATM forward" (ATMF) etc. unterschieden; grundlegende Arbitragezusammenhänge ergeben, dass (nur) in diesem Sinne klassifizierte ATMF-Calls exakt den gleichen Wert aufweisen müssen wie ATMF-Puts. Schließlich hat sich aus der Praxis des Optionshandels heraus ein weiteres Verständnis von ATM etabliert, nach dem At-the-Money-Optionen als diejenigen Calls und Puts definiert sind, die ein (gleich hohes) absolutes Delta von 0,5 aufweisen. Der Hintergrund liegt darin, dass (nur) Straddle-Positionen aus so interpretierten At-the-Money-Calls und -Puts die Eigenschaft der Delta-Neutralität aufweisen; deshalb ist die Bezeichnung "ATM DNS" etc. üblich geworden, wobei die Abk. DNS für einen delta-neutralen Straddle steht. Indem Delta-Neutralität eine zentrale Kategorie in vielen fortgeschrittenen Trading- und Hedgingstrategien ist, hat sich diese Sprachregelung für viele Anwendungszusammenhänge als sinnvoll erwiesen.

    4. Normierung:
    Sehr eng verknüpft mit der Klassifizierung einer Option/eines Optionsscheins je nach Moneyness ist die Normierung des Kurses des Underlying respektive des Basispreises. Als Konvention hat sich herausgebildet, dass im Kontext der Optionsbewertung die "Call Moneyness" verwandt, also der Aktienkurs auf einen gegebenen Basispreis bezogen wird, da diese im Vorzeichen mit dem Delta-Faktor übereinstimmt; im Kontext der Analyse der impliziten Volatilität, z.B. des Volatility Smile, liegt hingegen der Fokus auf unterschiedlich hohen Basispreisen, die bei der Ermittlung der "Put Moneyness" auf einen gegebenen Aktienkurs bezogen werden. Schließlich kann auch die Moneyness selbst wiederum normiert, insbesondere standardisiert werden; so bezeichnet ln (F/X) / σ√T die standardisierte Forward-Moneyness, wodurch die Moneyness in Volatilitätseinheiten gemessen und so nicht zuletzt der unmittelbare Anschluss an die Black-Scholes-Bewertungsgleichung hergestellt wird. Bereits die einfache Normierung ln (X/F) /√T gibt Aufschlüsse über die Ausprägungen einer Smile-Struktur über die Restlaufzeiten auf der Volatility Surface. Vgl. Black-Scholes-Modell.     

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