Direkt zum Inhalt

Einlagensicherung

GEPRÜFTES WISSEN
Über 100 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 8.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Banklexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition im Online-Lexikon

    1. Begriff: Die Einlagensicherung gewährleistet in einem gewissen Umfang die Rückzahlungsansprüche privater und kleinerer gewerblicher Kunden eines Kreditinstitutes.

    2. Bedeutung: Als ex-post wirkendes Auffangnetz soll die Einlagensicherung die Schutzwirkungen der ex-ante wirkenden Beaufsichtigung von Kreditinstituten im Sinne von Gläubiger- und Systemschutz verstärken. Sie wird subsidiär nur dann aktiv, sofern die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht feststellt, dass der Finanzdienstleister aufgrund seiner eigenen Finanzsituation dauerhaft nicht in der Lage ist, Einlagen zurückzuzahlen oder Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften zu erfüllen.

    3. gesetzliche Regelung: Das auf der europäischen Einlagensicherungs-Richtlinie basierende Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) regelt einen Höchstentschädigungsanspruch von 100.000 Euro je Einlage. Neben der gesetzlichen Einlagensicherung und ihren spezifischen Organisationen (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, EdB; Entschädigungseinrichtung öffentlicher Banken, EdÖ) besteht in Deutschland traditionell ein System von freiwilligen Sicherungseinrichtungen verschiedener Bankengruppen. Diese Institutionen werden von den Spitzenverbänden der Kreditwirtschaft getragen und durch Umlagen bzw. Beiträge der jeweiligen Mitgliedsinstitute finanziert. Während die Sicherungssysteme der öffentlich-rechtlichen und der genossenschaftlichen Kreditinstitute auf die Gewährleistung des Erhalts des jeweils gefährdeten Instituts (Institutsschutz) ausgelegt sind und damit faktisch einen Einlagenschutz in unbegrenzter Höhe darstellen, zielt der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken auf den direkten Ersatz der Einlage ab (Einlagensicherung i.e.S.). Der Fonds der privaten Banken sichert die Einlagen (über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus) derzeit je Kunde bis zur Höhe von 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals eines Mitgliedsinstitutes. Bei einem Eigenkapital von 5 Mio. Euro (faktisches Minimum für eine Bank in Deutschland) beläuft sich das gesicherte Volumen auf 1 Mio. Euro je Kunde. Es ist vorgesehen, dieses Niveau bis 2025 schrittweise auf 8,75 Prozent/437.500 Euro zu senken, womit aber selbst bei der kleinsten Bank das heutige gesetzliche Mindestniveau immer noch deutlich überschritten würde. Zum 1.10.2017 wurde die freiwillige Einlagensicherung der privaten Banken reformiert, Kommunen und Finanzinstitute sind von der Einlagensicherung der privaten Banken seither vollständig ausgeschlossen. Gleiches gilt für Ansprüche von Unternehmen aus Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen. Ab dem 01.01.2020 wird zudem der Schutz von langfristigen Einlagen der Unternehmen entfallen.

     

     

    Am 24.11.2015 hat die Europäische Kommission in Fortentwicklung der Bankenunion einen Verordnungsentwurf zur Schaffung einer europäischen Einlagensicherung (European Deposit Insurance System/EDIS) vorgelegt. Dieser sieht eine Vergemeinschaftung der nationalen Einlagensicherungssysteme bis zum Jahr 2024 vor.

    Mit Ihrer Auswahl die Relevanz der Werbung verbessern und dadurch dieses kostenfreie Angebot refinanzieren: Weitere Informationen

    Mindmap "Einlagensicherung"

    Hilfe zu diesem Feature
    Mindmap Einlagensicherung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/einlagensicherung-57413 node57413 Einlagensicherung node57416 Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz ... node57413->node57416 node70473 Liquidity Coverage Ratio ... node55964 Bankenaufsicht node70473->node55964 node59084 juristische Person node62616 Wertpapiergeschäft node57416->node59084 node57416->node62616 node62953 Zweigniederlassung node57416->node62953 node55682 Anstalt des öffentlichen ... node59055 Jahresabschluss der Kreditinstitute node61440 Sparkassen node59055->node61440 node61459 Sparurkunde Verlust node61459->node61440 node60027 Namensschuldverschreibung node60027->node61440 node61440->node57413 node61440->node55682 node57941 Finanzunternehmen i.S. des ... node57551 Ergänzungskapital node57551->node55964 node55448 Adressenausfallrisiko node55448->node55964 node70476 Marktdisziplin node70476->node57413 node55930 Bank node70476->node55930 node57328 Eigenkapital node70476->node57328 node70483 too big to ... node70476->node70483 node57346 Eigenmittel node70476->node57346 node55964->node57413 node55964->node57416 node55964->node57941 node57512 EONIA node57620 EURIBOR node58894 Interbankenmarkt node70516 Interbankenkredit node70516->node57413 node70516->node57512 node70516->node57620 node70516->node58894
    Mindmap Einlagensicherung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/einlagensicherung-57413 node57413 Einlagensicherung node57416 Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz ... node57413->node57416 node70476 Marktdisziplin node70476->node57413 node70516 Interbankenkredit node70516->node57413 node55964 Bankenaufsicht node55964->node57413 node61440 Sparkassen node61440->node57413

    News SpringerProfessional.de

    Literaturhinweise SpringerProfessional.de

    Bücher auf springer.com

    Sachgebiete