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Derivate

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition im Online-Lexikon

    Derivative, derivative Finanzmarktinstrumente, Finanzderivate; 1. Begriff: Die Bezeichnung „Derivat“ stammt aus dem lateinischen derivare bzw. derivatum („ableiten“, „abgeleitet“) und basiert auf dem zentralen Merkmal derivativer Instrumente, der genau defi­nierten Abhängigkeit seines Wertes von einem originären zugrunde liegenden Fi­nanztitel, einer Ware oder einer anderen spezifizierten Refe­renzgröße, dem Basis­objekt (Basiswert). Darauf zielen auch die geläufigsten Definitionen derivativer Fi­nanzti­tel ab.

    2. Termingeschäft: Es ist üblich, anhand der vertraglichen Vereinbarungen über die Erfüllung des Geschäfts die bedingten von den unbedingten Termingeschäften zu unter­scheiden. Bestehen feste, verbind­liche Liefer- und Ab­nahmeverpflich­tungen für die Vertragspartner zu den vereinbarten Konditionen, so spricht man von unbedingten Termin­geschäften. Bei den be­ding­ten Termin­geschäften wird dem Käufer dagegen ein Wahl­recht eingeräumt, die Lieferung bzw. Abnahme des vereinbarten Gegen­stands vom Verkäufer zu verlangen oder darauf zu verzichten. Findet kein Transfer der zugrunde liegenden Titel statt, son­dern wird ein Barausgleich zur Erfül­lung der Vertragsbedingungen durchgeführt, so spricht man von Differenzgeschäften, die auf der Zahlung der Differenz zwischen dem heute vereinbarten Ter­minkurs und den im Aus­übungszeit­punkt bestehenden Kurs beruhen. Unter den bedingten Termin­geschäfte finden sich börsengehandelte Optionskon­trakte und Over-the-Coun­ter-Optionen (OTC-Optionen), d.h. außer­börsliche Optionen, sowie Options­scheine. Die fixen Termin­geschäfte schließlich umfassen die bör­sengehandelten Futures und ihre außerbörslichen Pendants, die Forwards, sowie die Swap-Geschäfte (Swap).

    3. Handelsplatz: Unterscheidet man die Instrumente nach den allgemeinen Rahmenbedingungen des Han­desplatzes, so führt dies zur Trennung der börsengehandelten von den au­ßerbörslich gehan­delten Derivaten, wobei in weiteren Schritten eine Vielzahl von Mischformen zu beobachten ist. Standardisierte Derivate werden an Terminbörsen (Eurex), nicht standardisierte Derivate außerbörslich (Over-the-Counter-Markt) und nicht standardisierte, verbriefte Derivate (Derivate, verbriefte) an Wertpapierbörsen, wie z.B. Frankfurt am Main oder Stuttgart, gehandelt.

    4. Basiswerte: Schließlich lassen sich Derivate noch hinsichtlich der grundsätzlichen Eigenschaften des Basiswertes unterscheiden. So spricht man von den Finanz­derivaten des Aktien-, Zins- und Währungssegments (z.B. Aktienoption, Aktienindex-Future, Cap, Zinsfuture etc.) und von Warenderivaten (Commodity-Derivate). Zum Management weiterer Risiken sind mittlerweile eine Vielzahl sonstiger derivativer Strukturen am Markt verfügbar. Neben den populären Kreditderivaten sind dies beispielsweise Inflationsderivate (Makroderivate), Wetterderivate, Katastrophenderivate etc.

    Vgl. auch Finanzinnovation, Termingeschäft.

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