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Bookbuilding

Definition

Bookbuildung bezeichnet ein weit verbreitetes Preisfindungs- und Zuteilungssystem im Rahmen der Emission von Wertpapieren - typischerweise Börsengängen (Going Public) oder Kapitalerhöhungen. Beim Bookbuilding werden Kapitalgeber in die Preisfindung mit einbezogen.

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Das Original: Gabler Banklexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Ablauf
      1. Informationsphase
      2. Pre-Marketingphase
      3. Marketingphase
      4. Zuteilung
    2. Ziel
    3. Sonderformen
      1. Accelerated Bookbuilding
      2. Decoupled Bookbuilding

    Ablauf

    Informationsphase

    Zunächst werden mögliche institutionelle Investoren über die anstehende Transaktion und den Emittenten anhand von Research Reports informiert. Die Studien enthalten neben einer Beschreibung des Emittenten und dessen Markt auch eine Unternehmensbewertung, die auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen erstellt wird. Ein Kursziel oder eine Investitionsempfehlung ist nicht Teil des Reports.

    Pre-Marketingphase

    Die Konsortialbanken (Emissionskonsortium) sprechen institionelle Investoren an, um deren Interesse an der Wertpapieremission zu eruieren. Mithilfe der Preis- und Mengenindikationen wird die Zeichnungsspanne (Preisspanne) festgelegt, wobei sich die Konsortialbanken oftmals die Möglichkeit einer späteren Veränderung der Zeichnungsspanne offen lassen.

    Marketingphase

    Dies ist die eigentliche Bookbuilding-Phase. Das Unternehmen präsentiert sich innerhalb einer ein bis zwei Wochen laufenden Roadshow. Während der Roadshow läuft die Zeichnungsfrist, in der Investoren ihre Orders im Rahmen der Zeichnungsspanne abgeben. Diese werden in einem zentralen elektronischen Buch gesammelt. Der Konsortialführer ist zumeist als Bookrunner dafür verantwortlich, das Orderbuch vertraulich zu führen.Während der Zeichnungsfrist gewinnt der Bookrunner Klarheit hinsichtlich des quantitativen und qualitativen Ordervolumens.

    Zuteilung

    Zum Abschluss der Bookbuildingphase wird das Orderbuch geschlossen. Anhand der Nachfragekurve legt der Bookrunner in Absprache mit dem Emittenten und ggfs. den Konsortialbanken den Emissionskurs (Pricing) und die Zuteilung fest. Üblicherweise wird eine Überzeichnung der Emission angestrebt, sodass gegebenenfalls eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) zum Tragen kommt. Idealerweise liegt der finale Emissionskurs im oberen Quartil der Zeichnungsspanne. Ausschlaggebend für die letztendliche Zuteilung der Wertpapiere ist nicht nur die Höhe des gebotenen Preises, sondern auch das Volumen und die Art des Investors sowie dessen erwartetes Verhalten im Aftermarket.

    Ziel

    Das Bookbuilidung-Verfahren minimiert das Risiko möglicher Fehleinschätzungen des Emissionskurses. Des Weiteren kann eine langfristig orientierte und ausgewogen Aktionärsstruktur angestrebt werden.

    Sonderformen

    Accelerated Bookbuilding

    Es werden gezielt potenzielle Investoren angesprochen, die innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne - zum Teil innerhalb weniger Stunden - ihre Order abgeben müssen.

    Decoupled Bookbuilding

    Die Zeichnungsfrist wird von der Roadshow entkoppelt. Letztere findet statt, ohne dass eine Preisspanne festgelegt wird. Auf Basis der in der Roadshow gesammelten Informationen, wird die Preisspanne festgelegt. Die sich anschließende Zeichnungsfrist ist üblicherweise sehr viel kürzer als beim traditionellen Bookbuilding-Verfahren. Diese Sonderformen des Bookbuilding-Verfahrens machen einen Nachtrag zum Wertpapierprospekt (Prospekt), in dem die Preisspanne veröffentlicht wird, notwendig.

    Vgl. auch Auktionsverfahren.

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